Der Grill

Früher war ich Verfechter des Grillens mit Kohle - das Arbeiten mit glühenden Briketts und offenem Feuer ist auch zugegebenermaßen ziemlich archaisch und macht einen riesen Spaß. Nichts desto trotz habe ich mich aus dem Kreise der aktiven Kohle-Griller zurückgezogen und im Sommer 2014 für einen Gasgrill aus dem Hause Weber entschieden. Bevor ich auf das Modell im Detail eingehe, möchte ich noch eine Sache loswerden: auf einem Elektrogrill kann man nicht Grillen, sondern wenn überhaupt nur Aufwärmen... ich weiß, etwas klischeehaft, aber wer schon einmal versucht hat ein ordentliches Ribeye-Steak auf einem Elektrogrill zuzubereiten, weiß was ich meine.

 

Das Modell:

Ich grille auf einem Weber Spirit E-320 Premium GBS. Die Spirit-Serie ist zwischen den größten Weber-Modellen, Summit und Genesis, und den etwas kleineren Q-Modellen anzusiedeln.

Der E-320 besitzt 3 Brenner mit einer Leistung von 9,4 kW je Brenner. Die "20" im Namen steht für das Seitenkochfeld mit einer Nennleistung von 3,5 kW (ohne Kochfeld wäre es eine "10"). "Premium" bezeichnet die Edelstahlelemente, welche super aussehen, aber auch regelmäßige Pflege benötigen, da sie sonst schnell schmuddelig aussehen. Dementsprechend fahre ich den Grill im 2-Wochen-Rhythmus aus seinem Häuschen und putze ihn... Ja, ich habe meinem Grill ein Häuschen gebaut, da mich seinerzeit keine handelsübliche Abdeckplane überzeugt hat.

 

GBS steht für "Gourmet Barbecue System" und beinhaltet im wesentlichen den dreigeteilten, gusseisernen Rost. Diese Dreiteilung ermöglicht es mit verschiedensten Zubehörteilen zu arbeiten. Darunter finden sich z.B. ein Wok, ein Pizzastein, ein Pfanneneinsatz, ein Sear-Grate-Einsatz, Dutch-Oven und vieles mehr.


Erfahrungen:

Bisher kann ich über diesen Grill nur Gutes berichten. Die Größe ist für mich und meine Anforderungen optimal, der Grill heizt innerhalb von 10 Minuten auf eine Temperatur zwischen 350 und 400'C hoch und die Reinigung des Rosts ist ein Kinderspiel - Kein Einwickeln in Zeitungspapier, kein Einweichen und kein lästiges Schrubben. Ebenfalls ein riesen Vorteil, gerade im Hinblick auf Gerichte der Kategorie "Low-and-Slow", ist die Konstanz mit der die Temperatur gehalten wird... Ein Pulled Pork mit knapp 20 Stunden Grillzeit bei 110°C ist überhaupt kein Problem!

Um die Temperatur richtig einstellen zu können, bedarf es etwas Übung, denn die Brenner haben anders als der haushaltsübliche Backofen keine Temperaturanzeige. Zwar hat der Grill einen Temperaturfühler im Deckel, allerdings zeigt dieser natürlich die Temperatur unter dem Deckel an, welche von der Temperatur auf Höhe des Rosts um einige Grad abweichen kann... Genau diese Abweichung kann bei Low-and-Slow Gerichten entscheidend sein.

 

Ich habe deshalb angefangen die Einstellungen der Regler bei meinen Gerichten zu dokumentieren und das teile ich natürlich auch mit euch. Ihr werdet also bei den Grillgerichten jeweils eine Grafik (siehe unten) finden, die euch anzeigt, wie ihr die benötigte Temperatur einstellen könnt. Habt ihr keinen Gasgrill mit drei Brennern, kann ich euch nur den Tipp geben: Ausprobieren und Dokumentieren! ... mit der Zeit entwickelt man dadurch ein Gefühl für die optimalen Einstellungen.

 


Cook it, grill it, love it!

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